Deep Democracy

Wenn im Meeting alle nicken – und danach nichts passiert

Sie kennen das: Eine Entscheidung ist getroffen, alle haben zugestimmt – und trotzdem wird sie nicht umgesetzt. Bedenken werden auf dem Flur geäußert statt im Besprechungsraum. Spannungen schwelen unter der Oberfläche, bis sie sich irgendwann in Widerstand, Rückzug oder offenem Konflikt entladen.

Genau hier setzt Deep Democracy nach der Lewis-Methode an.

Die Methode wurde in den 1990er-Jahren von den Psychologen Myrna und Greg Lewis in Südafrika entwickelt – in der Zeit des Übergangs von der Apartheid zur Demokratie, als Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Interessen lernen mussten, gemeinsam tragfähige Entscheidungen zu treffen. Sie basiert auf der prozessorientierten Psychologie von Arnold Mindell und wurde zu einem praktischen, leicht erlernbaren Werkzeugkasten für Organisationen, Teams und Gremien weiterentwickelt.

Der Grundgedanke ist einfach und wirkungsvoll: Auch in der Minderheitsmeinung steckt Weisheit. Wer sie hört und in die Entscheidung einbezieht, erhält bessere Ergebnisse – und Menschen, die diese Ergebnisse wirklich mittragen.

Als Mediator mit langjähriger Erfahrung in der Konfliktberatung verbinde ich Deep Democracy mit meinem bewährten Handwerkszeug aus Mediation und Konfliktmanagement. So erhalten Sie einen Ansatz, der Klarheit schafft, Spannungen nutzbar macht und Ihr Team handlungsfähig hält.

Was Deep Democracy anders macht

In vielen Organisationen gilt: Die Mehrheit entscheidet – und die Minderheit muss sich fügen. Das ist schnell, hat aber einen Preis. Wer überstimmt wurde, fühlt sich oft nicht gehört. Aus dem offenen „Nein“ wird ein verdecktes „Nein“: Dienst nach Vorschrift, Sabotage im Kleinen, sinkende Motivation.

Deep Democracy geht einen Schritt weiter:

  • Die Mehrheit entscheidet weiterhin – die Methode bleibt pragmatisch und handlungsorientiert.
  • Die Weisheit der Minderheit wird ergänzt – ihre Bedenken und Hinweise fließen in die Entscheidung ein.
  • Was unter der Oberfläche liegt, wird sichtbar – unausgesprochene Gefühle, Vorbehalte und Konflikte kommen auf den Tisch, bevor sie Schaden anrichten.

Das Ergebnis: Entscheidungen mit echtem Rückhalt, weniger Reibungsverluste und eine Gesprächskultur, in der Widerspruch als wertvolle Information gilt – nicht als Störung.

Kernkompetenzen

1. Inklusive Entscheidungsfindung – die 5 Schritte der Lewis-Methode

Im Zentrum steht ein klar strukturierter Entscheidungsprozess, den Teams schnell erlernen und eigenständig anwenden können:

  1. Alle Sichtweisen sammeln
    Jede Perspektive wird eingeladen – auch die, die der eigenen oder der Mehrheitsmeinung widersprechen.
  2. Aktiv nach dem „Nein“ suchen
    Wir fragen gezielt: „Sieht jemand das ganz anders?“ So wird es leicht und sicher, abweichende Meinungen auszusprechen.
  3. Die andere Sichtweise verbreiten
    „Wer sieht das ähnlich – zumindest teilweise?“ Damit steht niemand mit seinem Einwand allein da, und niemand wird zum Sündenbock.
  4. Die Weisheit der Minderheit hinzufügen
    Nach der Abstimmung fragen wir die Minderheit: „Was brauchen Sie, um diese Entscheidung mitzutragen?“ Diese Punkte werden in die Entscheidung aufgenommen.
  5. In die Tiefe gehen, wenn die Gruppe feststeckt
    Ist die Spannung zu groß, um sachlich zu entscheiden, kommen vertiefende Werkzeuge zum Einsatz, die das Unausgesprochene an die Oberfläche bringen.

Ihr Nutzen: Entscheidungen werden nicht nur schneller umgesetzt, sondern auch nachhaltiger – weil sie von allen getragen werden.

2. Umgang mit Spannungen – die Unterströmung erkennen

Jede Gruppe hat zwei Ebenen: das, was offen gesagt wird, und das, was unter der Oberfläche wirkt. Deep Democracy macht diese „Unterströmung“ sichtbar und bearbeitbar.

Sie lernen,

  • frühe Signale von Spannung und Widerstand zu erkennen,
  • emotionale Untertöne in Gruppen wahrzunehmen und anzusprechen,
  • souverän in schwierige Gespräche hineinzugehen, statt ihnen auszuweichen,
  • Widerstand als wertvolle Information zu verstehen – nicht als Angriff.

Ihr Nutzen: Spannungen werden bearbeitet, solange sie noch klein sind – bevor sie zu verhärteten Konflikten werden.

3. Konfliktklärung – vom Streit zur Erkenntnis

Wenn Konflikte offen ausgebrochen sind, bietet die Lewis-Methode strukturierte und sichere Formate, in denen alle Positionen vollständig ausgesprochen werden können. Dazu gehören unter anderem:

  • Check-in-Runden, in denen jede Person ihre aktuelle Haltung und Stimmung benennt,
  • strukturierte Zweiergespräche („Let’s Talk“) für Konflikte zwischen zwei Personen, etwa zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden,
  • moderierte Auseinandersetzungen in einem klaren, geschützten Rahmen, in dem Positionen offen und vollständig ausgetauscht werden – bis die Gruppe wieder handlungsfähig ist.

In Verbindung mit meiner Erfahrung als Mediator und Modellen wie den Eskalationsstufen nach Glasl ordne ich ein, welches Format in Ihrer Situation passt – und wann eine klassische Mediation der bessere Weg ist.

Ihr Nutzen: Konflikte werden nicht unterdrückt, sondern produktiv genutzt. Beziehungen werden gestärkt statt beschädigt.

4. Neutrale Prozessbegleitung

Ein Kernprinzip der Lewis-Methode ist die neutrale Haltung der Moderation. Als externer Begleiter vertrete ich keine Seite und keine Lösung. Ich sorge für einen sicheren Rahmen, in dem alle Stimmen Raum bekommen – auch die leisen.

Ihr Nutzen: Ihr Team kann offen sprechen. Die Führungskraft kann sich voll am Inhalt beteiligen, statt gleichzeitig moderieren zu müssen.

Angebote für Führungskräfte

Deep Democracy für Führungskräfte – Workshop

Führungskräfte verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit der Dynamik zwischen Menschen. In diesem praxisorientierten Workshop lernen Sie die 5 Schritte der Lewis-Methode kennen und wenden sie direkt an Ihren eigenen Führungssituationen an.

Inhalte:

  • Entscheidungen so moderieren, dass alle Stimmen gehört werden
  • Das „Nein“ im Team gezielt einladen und nutzen
  • Spannungen früh erkennen und ansprechen
  • Schwierige Zweiergespräche strukturiert führen
  • Entscheidungen leiten, bei denen Sie selbst beteiligt sind

Format: [z. B. 1–2 Tage, Präsenz in Kassel oder Inhouse]
Teilnehmende: [z. B. 6–12 Personen]

Einzelcoaching für Führungskräfte

Vertrauliche Begleitung bei konkreten Herausforderungen: ein festgefahrener Konflikt im Team, eine schwierige Veränderungsentscheidung oder die eigene Rolle zwischen Beteiligung und Neutralität. Auf Wunsch kombiniert mit wingwave® Coaching.

Format: [z. B. Einzelsitzungen à 90 Minuten, Präsenz]

Angebote für Teams

Teamworkshop „Entscheiden mit Rückhalt“

Ihr Team lernt die Lewis-Methode gemeinsam kennen – direkt an einer echten, anstehenden Entscheidung aus Ihrem Arbeitsalltag. So wird der Workshop nicht nur zum Lernraum, sondern liefert gleich ein konkretes Ergebnis.

Format: [z. B. 1 Tag, Inhouse]

Moderation wichtiger Entscheidungen

Steht eine weitreichende Entscheidung an – etwa eine Umstrukturierung, ein neues Arbeitsmodell oder eine strategische Weichenstellung? Ich moderiere den Prozess neutral nach der Lewis-Methode, damit alle Perspektiven einfließen und das Ergebnis getragen wird.

Format: [z. B. halbtägig bis ganztägig, inklusive Vor- und Nachgespräch]

Teamklärung bei Spannungen und Konflikten

Wenn die Stimmung im Team belastet ist und die Zusammenarbeit leidet, schaffe ich einen geschützten Rahmen, um die Unterströmung sichtbar zu machen und gemeinsam wieder handlungsfähig zu werden.

Format: [individuell nach Vorgespräch]

Begleitung von Veränderungsprozessen

Veränderung erzeugt fast immer Widerstand. Mit Deep Democracy wird dieser Widerstand nicht übergangen, sondern als Hinweis auf wichtige Bedürfnisse genutzt – für Veränderungen, die tatsächlich ankommen.

Format: [z. B. mehrere Termine über einen vereinbarten Zeitraum]

Einsatzbereiche

Deep Democracy eignet sich für Unternehmen, soziale Einrichtungen, Schulen und Bildungsträger, Vereine und Gremien – überall dort, wo Menschen gemeinsam entscheiden und zusammenarbeiten.

So arbeite ich

  1. Kostenloses Erstgespräch – Wir klären Ihre Situation, Ihre Ziele und die passende Form der Zusammenarbeit.
  2. Maßgeschneidertes Konzept – Ich entwickle ein Format, das zu Ihrem Team und Ihrem Anliegen passt.
  3. Durchführung – Praxisnah, an Ihren echten Fragestellungen, mit direkt anwendbaren Werkzeugen.
  4. Nachbereitung – Wir reflektieren die Ergebnisse und sichern den Transfer in den Alltag.

Lassen Sie uns sprechen

Stehen in Ihrem Team wichtige Entscheidungen an? Spüren Sie Spannungen, die niemand offen anspricht? Oder möchten Sie als Führungskraft eine Gesprächskultur schaffen, in der alle Stimmen zählen?

Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch. Gemeinsam finden wir heraus, wie Deep Democracy Ihr Team stärken kann.

Telefon: 0561-22076526
E-Mail: thomas@doer.de
Adresse: Wilhelmshöher Allee 261, 34131 Kassel